„Gescheiterte Projekte auf zwei Beinen. Überall um mich herum.“

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„Gescheiterte Projekte auf zwei Beinen.
Überall um mich herum.“ –

Wir wollen alles haben und gleichzeitig nichts geben. Wir wollen die Welt erkunden und gleichzeitig das Bett nicht verlassen. Wir wollen viel essen, aber Größe 34. Wollen Geld, aber nichts leisten. Widersprüche. Wir wollen uns nicht mehr binden, weder an die Beziehung noch an den Beruf. Wir wollen offen sein für alles, aber gleichzeitig träumen wir von Halt und Sicherheit. Einem Haus mit Garten, einem Hund, zwei Kindern. Aber wir wollen auch weiterhin die Nacht durchtanzen, Gin Tonic trinken und nicht daran denken was morgen ist. Wir wollen unser eigenes Projekt starten. Unabhängig sein. Uns selbst zum Himmel loben. Ganz alleine mit Erfolg. Ohne chemischen Substanzen. Und das am Besten für immer. 

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Ich tue mir oft schwer mit dem Leben. Habe einen Schritt gesetzt in die Eigenständigkeit. Bin früh „flügge“ geworden. Dabei bemerkte ich erst zu spät, dass ich nicht der Typ Mensch für Neues bin. Für ein weit weg. Für ein „komplett auf mich allein“ gestellt. –  Nun bin ich hier. Seit fast drei Jahren schon. Es ist hier sehr bunt. Sehr laut. Sehr lebhaft. Ich bin aus der perfekten Welt geflohen, weil das Chaos mehr glitzerte. Ich schoss viele Pfeile, die oft ihr Ziel verfehlten. Und gelangte somit in eine Welt – viel weiter weg als meine Grenzen eigentlich erlaubten. Wie Alice im Wunderland bin ich da in etwas Neues gerutscht. Ich habe gebraucht mich einzuleben. Bekam Gänseblümchen anstatt Tulpen. Hab so viel gelernt. Über mich. Und die Welt. Und die Menschen da um mich herum. Da waren so Viele, die fertig waren mit ihrem Leben bevor sie überhaupt anfingen. Gescheiterte Projekte auf zwei Beinen überall um mich herum.

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