Irgendwann.

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Die Angst besiegen und mehr Leichtigkeit gewinnen. Mehr Mut fassen man selbst zu sein. Den Charakter offenbaren. Ohne Filter. Von Tag Eins. Weiterziehen bei Unverständnis. Treu bleiben. Ausrutschen. Aber ehrlich sein. Zu seinem eigenen Spiegelbild. Die Nervosität beginnt zu verschwinden, all die Panik und das Hoffen. Das perfekte Leben. Ich will es nicht. Denn mein Chaos riecht nach Vanille und nur zwischen den bunten Scherben fühle ich mich wohl. Er kam und wollte aufräumen: doch ich bin noch nicht so weit. Ich hab mich grad erst eingelebt. Ich bin noch nicht bereit! 

Hab mich immer gefragt. Wo ist die große Liebe? Wer ist die große Liebe? Wie ist die große Liebe? Hab sie mit irgendwann markiert. Das hat mir Mut gemacht. Hab die Messlatte sehr hochgesetzt. Hab mich ernährt von der Hoffnung aus der Zukunft. Daran gezerrt wenn mein Herz mal wieder weh tat. Irgendwann.  Ich bin noch nicht bereit!

Will verschieben. Weglaufen. Fühl mich plötzlich eingesperrt. Ich bin zu eigenständig. Du gibst mir Schutz, hältst mir den Schirm. Doch ich bin bereits so oft allein durch den Regen getanzt. Willst mich auf Händen tragen. Doch ich kann selber laufen. Willst mich nach Hause bringen. Mir den Weg zeigen. Dabei liebe ich es zu irren. Ja. Verwirrt zu sein. Verloren zu sein. Um am Ende zu mir selbst zu finden. Vielleicht irgendwann. Doch ich bin noch nicht bereit – Mich aufzugeben. Mich zu teilen. Mir geht’s so gut. Mit nichts. – Bin ich zufrieden.

Irgendwann ist irgendwann. Irgendwo. Und irgendwie. Ein Abschnitt in der Zukunft.

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Fotos: Julian Bolter